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Lauf-Lust

Beschwerden und Prävention

Die meisten Laufbeschwerden sind Überlastungsprobleme. Sie entstehen nicht durch falsches Laufen, sondern durch zu viel, zu schnell, zu früh.

Laufen belastet den Bewegungsapparat mit jedem Schritt etwa mit dem Zwei- bis Dreifachen des Körpergewichts. Bei 160 Schritten pro Minute sind das über eine halbe Stunde rund 5.000 Einzelbelastungen. Der Körper hält das gut aus – wenn er Zeit bekommt, sich darauf einzustellen.

Genau daran scheitert es meistens. Nicht an der Technik, nicht am Schuh.

Die eine Regel, die die meisten Probleme verhindert

Steigere den Wochenumfang um höchstens etwa zehn Prozent, und ändere nie Umfang und Intensität gleichzeitig. Wer von 20 auf 25 Wochenkilometer geht, macht einen großen Schritt; wer gleichzeitig noch Intervalle einbaut, macht zwei.

Die häufigsten Beschwerdebilder

Läuferknie – Schmerz an der Außenseite des Knies, tritt oft nach einer festen Distanz reproduzierbar auf. Ursache liegt meist in der Hüftstabilität, nicht im Knie selbst.

Schienbeinkantensyndrom – ziehender Schmerz entlang der Innenseite des Schienbeins, typisch in den ersten Wochen nach einem Umfangsprung.

Achillessehnenbeschwerden – Anlaufschmerz morgens, Verdickung tastbar. Reagiert gut auf dosierte Kräftigung, schlecht auf Schonung allein.

Plantarfasziitis – stechender Fersenschmerz bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen.

Rückenschmerzen beim Laufen – meist eine Frage der Rumpfstabilität und der Haltung in der zweiten Laufhälfte, wenn die Ermüdung einsetzt.

Seitenstechen – harmlos, aber lästig. Hängt mit Atmung, Zwerchfell und dem Zeitpunkt der letzten Mahlzeit zusammen.

Was tatsächlich vorbeugt

Nicht Dehnen vor dem Lauf. Was in Untersuchungen wiederholt Wirkung zeigt, ist Kräftigung: Hüftabduktoren, Gesäßmuskulatur, Wade, Rumpf. Zwei Einheiten pro Woche zu je fünfzehn Minuten an lauffreien Tagen reichen aus. Die Übungsauswahl steht unter Dehnen und Mobilisation.

Dazu kommt das Offensichtliche, das trotzdem am häufigsten ignoriert wird: Schlaf, Ruhetage und die Bereitschaft, einen Lauf ausfallen zu lassen.

Die Inhalte dieser Rubrik ersetzen keine ärztliche Diagnose. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden gehört die Abklärung in eine Praxis für Orthopädie oder Sportmedizin.

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Häufige Fragen

Darf ich mit Schmerzen weiterlaufen?

Nein, wenn der Schmerz punktuell ist, im Verlauf des Laufs zunimmt oder dein Gangbild verändert. Ein leichtes Ziehen, das sich nach dem Warmlaufen legt und danach nicht wiederkommt, ist dagegen meist unkritisch.

Wann sollte ich zum Arzt?

Bei Schmerzen, die länger als zehn bis vierzehn Tage bestehen, bei Schwellung, bei nächtlichem Ruheschmerz, bei einem punktuell drückempfindlichen Knochen und immer bei plötzlich einschießendem Schmerz mit sofortiger Belastungsunfähigkeit.

Hilft Dehnen gegen Verletzungen?

Statisches Dehnen vor dem Laufen senkt das Verletzungsrisiko nicht und kann kurzfristig die Leistung mindern. Beweglichkeitsarbeit und Kräftigung an lauffreien Tagen sind belegbar wirksamer.

Was hilft bei Seitenstechen?

Tempo reduzieren, tief und bewusst in den Bauch atmen, beim Ausatmen sanft in die schmerzende Seite drücken. Vorbeugend hilft, zwei bis drei Stunden vor dem Lauf nichts Größeres mehr zu essen.

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