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Lauf-Lust

Beschwerden

Plantarfasziitis

Stechender Fersenschmerz bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen. Ein sehr eindeutiges Muster – und ein hartnäckiges Problem.

Kaum ein Beschwerdebild ist so eindeutig zu erkennen und so schwer wieder loszuwerden.

Das Leitsymptom

Stechender Schmerz an der Fersenunterseite bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen. Nach zehn bis zwanzig Schritten wird es besser, im Lauf des Tages oft fast normal, nach längerem Sitzen kommt es zurück.

Weitere Merkmale:

  • Druckschmerz an der Innenseite der Ferse, etwas vor dem tiefsten Punkt
  • Schmerz beim Dehnen der Zehen nach oben
  • beim Laufen anfangs oft erträglich, nach dem Lauf und am Folgetag schlimmer

Was die Plantarfaszie macht

Die Plantarfaszie ist eine derbe Bindegewebsplatte, die vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken zieht. Sie spannt das Längsgewölbe des Fußes wie eine Bogensehne und speichert beim Abrollen Energie.

Bei jedem Schritt wird sie belastet. Wenn die Belastung die Anpassungsfähigkeit übersteigt, kommt es zu einer Reizung, meist am Ansatz am Fersenbein.

Zum Fersensporn

Der knöcherne Auswuchs am Fersenbein, der im Röntgenbild auffällt, ist eine Reaktion des Knochens auf langjährigen Zug. Er ist meist Folge, nicht Ursache – und er findet sich bei einem erheblichen Teil beschwerdefreier Menschen.

Praktisch heißt das: Der Sporn muss nicht behandelt werden. Behandelt wird die Reizung der Faszie. Ein Sporn, der bleibt, ist kein Grund für anhaltende Beschwerden.

Was hilft

Morgens vor dem Aufstehen. Noch im Bett den Fuß kreisen, die Zehen mehrmals zu sich heranziehen, die Wade mit den Händen kneten. Dann langsam auftreten. Das verhindert den Mikroriss, der beim ersten harten Schritt in das über Nacht verkürzte Gewebe entsteht.

Nachtlagerungsschiene. Hält den Fuß in leichter Streckung und verhindert die nächtliche Verkürzung. Unbequem, aber bei vielen die wirksamste Einzelmaßnahme gegen den Anlaufschmerz.

Kräftigung statt nur Dehnen. Die Datenlage spricht dafür, dass Kräftigung der Fuß- und Wadenmuskulatur nachhaltiger wirkt als reines Dehnen:

  • Wadenheben mit Handtuchrolle unter den Zehen. Die Zehen liegen erhöht, das spannt die Faszie vor. Langsam hoch, noch langsamer runter, 3 Sätze zu 12 Wiederholungen, jeden zweiten Tag.
  • Zehenspreizen und Gewölbeaufrichten im Stand, ohne die Zehen zu krallen.
  • Wadendehnung an der Wand, beide Varianten mit gestrecktem und mit gebeugtem Knie, je 30 Sekunden.

Ausrollen. Mit einem Ball oder einer gekühlten Flasche unter der Fußsohle, vorsichtig und nicht direkt auf dem Schmerzpunkt.

Schuhe. Übergangsweise mehr Dämpfung im Fersenbereich und eine höhere Sprengung. Barfußlaufen und flache Schuhe sind in der akuten Phase ungünstig.

Zum Training

Umfang reduzieren, nicht komplett aussetzen. Weicher Untergrund, keine Tempoarbeit, keine Bergaufläufe – die belasten die Faszie besonders.

Rad und Schwimmen sind unproblematische Alternativen für die Ausdauer.

Die Geduldsprobe

Plantarfasziitis heilt langsam. Sechs bis zwölf Monate sind keine Seltenheit, und der Verlauf ist selten linear – gute Wochen wechseln sich mit Rückschlägen ab.

Der häufigste Fehler ist deshalb nicht die falsche Behandlung, sondern das zu frühe Wechseln zwischen Behandlungen. Wer alle drei Wochen etwas Neues probiert, gibt keiner Maßnahme die Zeit zu wirken.

Bei Fersenschmerz mit Taubheitsgefühl, nächtlichem Ruheschmerz oder nach einem akuten Ereignis gehört die Abklärung in eine orthopädische Praxis.

Häufige Fragen

Was ist eine Plantarfasziitis?

Eine Reizung der Plantarfaszie, der derben Bindegewebsplatte an der Fußsohle, die vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken zieht. Sie entsteht durch wiederholte Zugbelastung, meist an ihrem Ansatz am Fersenbein.

Ist ein Fersensporn die Ursache der Schmerzen?

In der Regel nicht. Der knöcherne Sporn ist eine Reaktion auf langjährigen Zug und findet sich auch bei vielen beschwerdefreien Menschen. Behandelt wird die Reizung der Faszie, nicht der Sporn.

Was hilft schnell gegen den Fersenschmerz am Morgen?

Vor dem Aufstehen im Bett die Wade und die Fußsohle mobilisieren, dann langsam auftreten. Eine Nachtlagerungsschiene, die den Fuß in leichter Streckung hält, verhindert die nächtliche Verkürzung und bessert den Anlaufschmerz bei vielen deutlich.

Wie lange dauert die Heilung?

Mehrere Monate sind normal, sechs bis zwölf Monate keine Seltenheit. Konsequente Kräftigung, Belastungsreduktion und Geduld sind wirksamer als der Wechsel zwischen vielen verschiedenen Behandlungsansätzen.

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