Laufausrüstung
Trinksystem und Laufrucksack
Ab etwa einer Stunde wird die Frage relevant. Entscheidend ist nicht das Fassungsvermögen, sondern ob das System beim Laufen ruhig sitzt.
Die Frage nach dem Trinksystem stellt sich später, als die meisten denken. Für alles unter einer Stunde ist die Antwort: gar keins. Der Körper kommt mit den eigenen Reserven aus, und was du unterwegs nicht trinkst, holst du danach nach.
Interessant wird es ab etwa 60 bis 75 Minuten – im Hochsommer früher.
Die vier Bauformen
Handflasche. Eine Softflask mit Handschlaufe. Leicht, unkompliziert, aber die Hand ist dauerhaft belegt und die Armhaltung wird auf einer Seite unsymmetrisch. Für Läufe bis etwa eine Stunde bei Hitze in Ordnung.
Trinkgürtel. Ein bis zwei Flaschen an der Hüfte. Die verbreitetste Lösung für Läufe bis zwei Stunden. Wichtig ist ein Gürtel, der sich fest genug ziehen lässt, ohne einzuschneiden – ein rutschender Gürtel ist auf einem langen Lauf unerträglich.
Laufweste. Zwei Softflasks vorn auf Brusthöhe, Stauraum hinten. Das Gewicht liegt auf den Schultern statt auf der Hüfte und sitzt dadurch deutlich ruhiger. Ab zwei Stunden und für alles im Gelände die überlegene Lösung.
Trinkblase im Rucksack. Ein bis zwei Liter, Schlauch über die Schulter. Fasst am meisten und verteilt das Gewicht am besten. Nachteile: Man sieht nicht, wie viel noch drin ist, die Reinigung ist umständlich, und unterwegs nachfüllen dauert.
Der Sitz ist alles
Ein System, das wackelt, ist über zwei Stunden schlimmer als Durst. Die Scheuerstellen entstehen an immer denselben Stellen: unter den Achseln, an den Schulterblättern, an der Hüfte über dem Beckenkamm.
Testen im Laufen, voll beladen. Ein leerer Rucksack im Laden sagt nichts. Fülle die Flaschen, pack das Gewicht ein, das du tatsächlich mitnimmst, und lauf mindestens fünf Minuten.
Die Weste sollte eng sitzen, ohne die Atmung zu behindern. Ein guter Test: Tief einatmen im Stehen – wenn das eng wird, ist sie zu fest.
Was sonst mitmuss
Ab zwei Stunden ist der Trinkbehälter meist nicht das einzige Gepäck:
- Verpflegung, siehe Kohlenhydrate und Gels
- Handy, bei einsamen Strecken nicht verhandelbar
- eine dünne Windjacke, wenn das Wetter kippen kann
- etwas Bargeld oder Karte zum Nachfüllen unterwegs
Das ist der Punkt, an dem der Trinkgürtel an seine Grenze kommt und die Weste anfängt, sich zu rechnen.
Im Winter
Trinkblasen und der Schlauch nach außen sind bei Frost problematisch: Der Schlauch friert innerhalb von zwanzig Minuten zu, und danach kommt nichts mehr durch. Wer im Winter lange läuft, nimmt Softflasks – idealerweise unter der Jacke, wo die Körperwärme sie flüssig hält.
Wie viel du tatsächlich trinken solltest und warum mehr nicht besser ist, steht unter Trinken beim Laufen.
Häufige Fragen
Ab wann brauche ich beim Laufen ein Trinksystem?
Etwa ab 60 bis 75 Minuten, im Sommer früher. Bei kürzeren Läufen reicht es, vorher und danach ausreichend zu trinken. Bei Hitze kann auch ein einstündiger Lauf schon Flüssigkeit erfordern.
Trinkgürtel oder Laufweste?
Der Gürtel reicht für ein bis zwei Flaschen und Läufe bis etwa zwei Stunden. Ab zwei Stunden oder wenn zusätzlich Verpflegung, Jacke und Handy mitmüssen, sitzt eine Weste deutlich ruhiger, weil das Gewicht auf den Schultern und nicht auf der Hüfte liegt.
Wie muss eine Laufweste sitzen?
Eng genug, dass nichts wackelt, aber ohne die Atmung einzuschränken. Teste sie voll beladen und im Laufen, nicht leer im Laden. Scheuerstellen entstehen fast immer unter den Achseln und an den Schulterblättern.
Trinkblase oder Softflask?
Softflasks vorn lassen sich unterwegs schneller nachfüllen und du siehst, wie viel noch drin ist. Eine Trinkblase fasst mehr und verteilt das Gewicht gleichmäßiger, ist aber umständlicher zu reinigen und friert im Winter im Schlauch ein.
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