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Lauf-Lust

Laufschuhe

Laufschuhgröße und Passform

Die häufigste Ursache für schwarze Zehennägel und Blasen ist kein schlechter Schuh, sondern ein halbe Nummer zu kleiner.

Ein Laufschuh in Alltagsgröße ist zu klein. Das ist keine Marotte der Hersteller, sondern eine Folge davon, was beim Laufen mit dem Fuß passiert.

Warum der Fuß größer wird

Während eines Laufs erwärmt sich das Gewebe, die Durchblutung steigt und Flüssigkeit lagert sich ein. Der Fuß wird länger und breiter – bei längeren Läufen um mehrere Millimeter. Dazu kommt, dass der Fuß bei jedem Schritt unter Last nach vorn rutscht, besonders bergab.

Beides zusammen erklärt, warum ein Schuh, der im Laden perfekt sitzt, nach achtzehn Kilometern die Zehen quetscht.

Der Längentest

Im Stehen, nicht im Sitzen. Belaste den Fuß voll. Dann sollte zwischen der längsten Zehe und der Schuhspitze etwa eine Daumenbreite Platz sein, also rund einen bis anderthalb Zentimeter.

Achtung: Die längste Zehe ist nicht bei jedem die große. Bei etwa jedem fünften Menschen ist die zweite Zehe länger.

Der Weitentest

Der Vorfuß braucht Platz, ohne dass der Fuß seitlich wandert. Ein guter Test: Steh auf einem Bein im Schuh. Wenn der Fuß dabei spürbar über den Rand der Sohle drückt, ist der Schuh zu schmal.

Viele Hersteller bieten Weiten an, manche nur eine. Wer breite Füße hat, kommt mit den Modellen, die es in Weit gibt, deutlich weiter als mit einer Nummer größer – das löst die Weite nicht, sondern schafft nur zu viel Länge.

Der Fersentest

Hier gilt das Gegenteil: Die Ferse soll nicht rutschen. Beim Abrollen darf sich die Ferse nicht aus der Fersenkappe heben.

Wenn sie es tut, probiere zuerst die Läuferschnürung: Das oberste Ösenpaar wird so verwendet, dass auf jeder Seite eine Schlaufe entsteht, durch die das jeweils andere Schnürsenkelende geführt wird. Das zieht die Ferse fest nach hinten, ohne den Spann zusammenzudrücken.

Der Ablauf im Laden

  1. Späte Tageszeit wählen, idealerweise nach einem Lauf.
  2. Eigene Laufsocken mitbringen.
  3. Beide Füße messen lassen – sie sind bei den meisten Menschen unterschiedlich groß. Der größere entscheidet.
  4. Mindestens zehn Minuten laufen, nicht nur ein paar Schritte gehen.
  5. Auf Druckstellen achten: Was im Laden leicht drückt, drückt nach zehn Kilometern richtig.
  6. Drei bis vier Modelle vergleichen. Der Komfortunterschied ist der beste verfügbare Hinweis.

Woran du merkst, dass es doch nicht passt

Manche Passformprobleme zeigen sich erst nach dem dritten oder vierten längeren Lauf:

  • Schwarze Zehennägel – zu kurz, oder bergab rutscht der Fuß nach vorn.
  • Blasen an den Zehenkuppen – ebenfalls zu kurz.
  • Blasen am Fußballen seitlich – zu schmal oder zu weit.
  • Taube Zehen – meist zu fest geschnürt über dem Spann, nicht zu klein.

Zu Blasen und ihrer Vermeidung steht mehr unter Socken und Blasen.

Häufige Fragen

Wie viel größer sollten Laufschuhe sein?

Etwa eine halbe bis eine ganze Größe größer als der Alltagsschuh. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern der Abstand: im Stehen etwa eine Daumenbreite zwischen längster Zehe und Schuhspitze.

Wann probiere ich Laufschuhe am besten an?

Am späten Nachmittag oder abends, idealerweise nach einem Lauf. Füße sind dann angeschwollen und entsprechen eher dem Zustand während des Laufens als morgens.

Woran merke ich, dass der Schuh zu klein ist?

An schwarzen oder schmerzenden Zehennägeln, an Blasen an den Zehenkuppen und an einem Druckgefühl vorn bei Läufen bergab. Alle drei Zeichen treten oft erst nach längeren Läufen auf, nicht im Laden.

Was tun, wenn die Ferse rutscht?

Zuerst die sogenannte Läuferschnürung durch das oberste Ösenpaar probieren, das fixiert die Ferse deutlich besser. Hilft das nicht, ist der Schuh im Fersenbereich zu weit geschnitten und ein anderes Modell die bessere Lösung.

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