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Lauf-Lust

Laufausrüstung

Socken und Blasen

Nach dem Schuh sind Laufsocken die Anschaffung mit dem besten Verhältnis aus Preis und spürbarem Effekt. Zehn Euro lösen ein Problem, das den Lauf ruinieren kann.

Eine Blase ist keine Verletzung, die Trainingszeit kostet, aber sie kann einen langen Lauf oder einen Wettkampf komplett ruinieren. Und sie ist fast immer vermeidbar.

Wie eine Blase entsteht

Drei Faktoren wirken zusammen:

Reibung. Haut bewegt sich gegen Socke, Socke gegen Schuh. Bei jedem Schritt. Nach 15.000 Schritten summiert sich das.

Feuchtigkeit. Feuchte Haut hat einen höheren Reibungskoeffizienten als trockene und wird gleichzeitig weicher. Beides zusammen ist der eigentliche Auslöser.

Wärme. Erhöht die Durchblutung und die Empfindlichkeit der Haut.

Alle drei lassen sich beeinflussen, und der wirksamste Hebel ist die Feuchtigkeit.

Warum Baumwolle das Problem ist

Baumwollfasern nehmen Schweiß auf und behalten ihn. Eine Baumwollsocke ist nach zwanzig Minuten Laufen durchgehend feucht, wird schwerer und verliert ihre Form – sie wirft Falten, und genau an diesen Falten entsteht die Blase.

Funktionsfasern leiten die Feuchtigkeit nach außen, wo sie verdunstet. Merinowolle kann dasselbe und reguliert die Temperatur besser, trocknet dafür langsamer.

Was eine gute Laufsocke ausmacht

  • Funktionsfaser oder Merino, keine Baumwolle
  • Eng anliegend, ohne zu spannen. Zu große Socken werfen Falten, zu kleine drücken auf die Zehen
  • Flache oder nahtlose Zehennaht – die klassische dicke Naht über den Zehen ist eine typische Blasenstelle
  • Verstärkung an Ferse und Ballen, den Stellen mit der meisten Reibung
  • Passend links und rechts, wenn das Modell das anbietet

Die Investition liegt bei etwa zehn bis zwanzig Euro pro Paar. Gemessen an dem, was ein Schuh kostet, ist das der günstigste spürbare Fortschritt im ganzen Ausrüstungsbereich.

Wenn es trotzdem passiert

Während des Laufs: Sobald es an einer Stelle brennt, ist die Blase noch nicht da – das ist der Moment zum Handeln. Ein Blasenpflaster auf die heiße Stelle verhindert sie meist ganz. Bei langen Läufen und Wettkämpfen gehören zwei Pflaster in die Tasche.

Danach: Eine geschlossene Blase möglichst nicht öffnen. Die Blasendecke ist ein steriler Verband, den der Körper selbst gebaut hat. Nur wenn sie groß, prall und schmerzhaft ist, mit einer desinfizierten Nadel am Rand eröffnen, die Flüssigkeit ausdrücken und die Haut liegen lassen. Danach abdecken.

Offene Blase: Reinigen, desinfizieren, Hydrokolloid-Pflaster darauf, das bleibt mehrere Tage drauf.

Scheuerstellen anderswo

Füße sind nicht die einzige Stelle. Bei längeren Läufen scheuern:

  • Innenschenkel, besonders bei feuchtem Wetter und bei kurzen Hosen ohne Innenslip
  • Achseln, an den Ärmelnähten
  • Brustwarzen, bei Männern und bei Läufen über eine Stunde. Ein Baumwollshirt macht das deutlich schlimmer
  • Unter dem Bund von Trinkgürteln und Rucksacken

Die Lösung ist überall dieselbe: Vaseline oder ein Anti-Scheuer-Stift vor dem Lauf, dazu enganliegende Funktionskleidung ohne Nähte an den betroffenen Stellen. Bei Brustwarzen zusätzlich zwei Streifen Pflaster – das sieht albern aus und ist nach zwei Stunden Regen der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr unangenehmen Lauf.

Häufige Fragen

Warum bekomme ich beim Laufen Blasen?

Durch Reibung zwischen Haut und Socke oder Socke und Schuh, verstärkt durch Feuchtigkeit und Wärme. Häufigste Ursachen sind Baumwollsocken, ein zu großer oder zu kleiner Schuh und Falten im Sockenmaterial.

Welche Socken sind die richtigen zum Laufen?

Funktionsfaser oder Merinowolle, eng anliegend, mit flacher oder nahtloser Zehennaht. Die Passform ist wichtiger als der Preis: Eine zu große Socke wirft Falten, eine zu kleine spannt über den Zehen.

Soll ich eine Blase aufstechen?

Möglichst nicht. Die intakte Blasendecke schützt vor Infektion. Nur wenn die Blase groß, prall und schmerzhaft ist, kann sie mit einer sterilen Nadel am Rand eröffnet und die Haut liegen gelassen werden. Danach mit Blasenpflaster abdecken.

Was hilft gegen wundgescheuerte Stellen am Körper?

Vaseline oder ein Anti-Scheuer-Stift auf die betroffenen Stellen vor dem Lauf, dazu enganliegende Funktionskleidung ohne Nähte an den Reibestellen. Bei Männern sind Brustwarzen betroffen, hier helfen zusätzlich Pflasterstreifen.

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