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Lauf-Lust

Laufschuhe

Wann Laufschuhe wechseln

Das Profil ist der schlechteste Indikator. Ein Laufschuh ist durch, wenn die Mittelsohle ihre Rückstellkraft verloren hat – und das sieht man ihr nicht an.

Die Frage nach dem richtigen Wechselzeitpunkt wird meistens mit einer Kilometerzahl beantwortet. Die ist als Orientierung brauchbar, taugt aber nicht als Regel – zwei Läufer mit demselben Schuh und derselben Laufleistung können am selben Punkt völlig unterschiedliche Sohlenzustände haben.

Was tatsächlich verschleißt

Nicht die Außensohle. Der Gummi darunter hält in aller Regel länger als das, worauf es ankommt.

Verschlissen wird die Mittelsohle – der Schaum zwischen Fuß und Außensohle. Mit jedem Schritt wird er zusammengedrückt und federt zurück. Nach einigen hunderttausend Kompressionen verliert die Zellstruktur ihre Rückstellkraft. Der Schaum bleibt dünner, härter und dämpft nicht mehr.

Von außen sieht der Schuh dabei oft noch gut aus. Genau das macht die Sache tückisch.

Die Prüfungen

Daumentest. Drücke die Mittelsohle im Fersenbereich mit dem Daumen ein. Ein intakter Schuh gibt spürbar nach und kommt zurück. Ein durchgelaufener fühlt sich hart und tot an. Am aussagekräftigsten ist der Vergleich mit einem neuen Exemplar desselben Modells im Laden.

Faltentest. Halte den Schuh gegen das Licht und schau seitlich auf die Mittelsohle. Feine Querfalten und Verdichtungen zeigen, wo das Material kollabiert ist.

Standtest. Stell die Schuhe nebeneinander auf einen ebenen Tisch und schau von hinten. Kippen sie deutlich nach innen oder außen, ist die Sohle einseitig komprimiert.

Der Körper. Der zuverlässigste Test überhaupt: Neue Beschwerden in Wade, Schienbein, Knie oder Fußsohle, ohne dass sich am Training etwas geändert hat.

Kilometerwerte als Orientierung

Schuhtyp Erwartbare Laufleistung
gedämpfter Trainingsschuh 600 bis 900 km
leichter Trainingsschuh 500 bis 700 km
Wettkampfschuh mit Carbonplatte 200 bis 400 km
Trailschuh 500 bis 800 km, Profil oft zuerst durch

Höheres Körpergewicht, Asphalt statt Waldweg und ein Fersenaufsatz mit langer Bodenkontaktzeit verkürzen diese Werte spürbar.

Kilometer mitzählen, ohne Buch zu führen

Wer eine Laufuhr nutzt, kann die Schuhkilometer dort hinterlegen und bekommt eine Meldung beim Erreichen des Grenzwerts. Alternativ reicht es, das Kaufdatum mit einem wasserfesten Stift auf die Innenseite der Zunge zu schreiben und den Wochenumfang grob hochzurechnen.

Das Zwei-Paar-Prinzip

Der Schaum braucht nach einem Lauf 24 bis 48 Stunden, um sich vollständig zurückzustellen. Wer täglich denselben Schuh nutzt, gibt ihm diese Zeit nie.

Zwei Paar im Wechsel halten deshalb zusammen mehr Kilometer als zwei nacheinander gefahrene Paare. Der Nebeneffekt ist noch wertvoller: Zwei leicht unterschiedliche Modelle variieren die Belastung im Bein und senken damit das Risiko einseitiger Überlastung.

Häufige Fragen

Wie viele Kilometer hält ein Laufschuh?

Grob 600 bis 900 Kilometer. Leichtere Läufer und weiche Untergründe verlängern die Lebensdauer, höheres Körpergewicht und Asphalt verkürzen sie. Sehr leichte Wettkampfschuhe halten oft nur 200 bis 400 Kilometer.

Woran erkenne ich, dass die Dämpfung durch ist?

Drücke die Mittelsohle mit dem Daumen zusammen und vergleiche sie mit einem neuen Schuh desselben Modells. Weitere Zeichen sind Querfalten in der Sohle, ein flaches, hartes Laufgefühl und neue Beschwerden bei unverändertem Training.

Warum halten zwei Paar im Wechsel länger?

Das Schaummaterial der Mittelsohle braucht nach einer Belastung Zeit, um sich zurückzustellen. Bei täglichem Einsatz bleibt diese Zeit aus, und die Struktur ermüdet schneller. Bei abwechselndem Einsatz halten beide Paare zusammen mehr Kilometer als nacheinander.

Kann ich alte Laufschuhe im Alltag weitertragen?

Ja. Für das Gehen reicht die verbliebene Dämpfung problemlos aus. Nur für das Laufen taugt der Schuh nicht mehr.

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