Laufen für Anfänger
Die erste Laufeinheit
Zwanzig Minuten, davon ein Teil im Gehen, in einem Tempo, bei dem du sprechen kannst. Mehr braucht der erste Lauf nicht.
Der erste Lauf entscheidet selten über Fitness, aber oft darüber, ob es einen zweiten gibt. Deshalb ist das Ziel nicht, eine Strecke zu schaffen, sondern mit dem Gefühl nach Hause zu kommen, dass da noch Luft war.
Der Ablauf
Fünf Minuten gehen. Zügig, nicht schlendern. Das bringt Kreislauf und Muskulatur auf Betriebstemperatur und ist kein verschenkter Teil des Trainings.
Vier Runden im Wechsel: vier Minuten laufen, eine Minute gehen. Das Lauftempo ist so gewählt, dass du dabei sprechen könntest – wenn du außer Atem gerätst, bist du zu schnell. Fast alle Einsteiger sind beim ersten Mal zu schnell.
Drei Minuten gehen. Zum Ausklang. Nicht abrupt stehenbleiben.
Macht zusammen etwa 23 Minuten. Wenn sich das nach wenig anfühlt: gut. Genau so ist es gemeint.
Warum das Tempo so niedrig sein muss
Deine Muskulatur könnte deutlich mehr. Deine Sehnen, Bänder und Knochen können es noch nicht. Muskeln passen sich innerhalb von Tagen an, Bindegewebe braucht Wochen bis Monate. In dieser Lücke entstehen praktisch alle Einsteigerbeschwerden – Schienbeinkante, Achillessehne, Läuferknie.
Das niedrige Tempo ist also keine Rücksicht auf mangelnde Kondition. Es ist Rücksicht auf Gewebe, das nichts von deiner Motivation weiß.
Woran du merkst, dass es passt
- Du kannst während des Laufens ganze Sätze sagen.
- Die Atmung ist tief, nicht gehetzt.
- Zwei Stunden nach dem Lauf fühlst du dich eher wacher als erschöpft.
- Am nächsten Tag ist vielleicht leichter Muskelkater da, aber kein punktueller Schmerz.
Wenn einer dieser Punkte nicht stimmt, ist die Antwort fast immer dieselbe: langsamer. Wie man das Tempo verlässlich findet, steht unter Wie schnell soll ich laufen.
Und dann?
Der zweite Lauf kommt nach mindestens einem vollen Ruhetag. Nicht am nächsten Morgen, auch wenn die Beine sich gut anfühlen. Die Anpassung passiert in der Pause.
Ab hier folgt der Aufbau dem Plan unter Laufen lernen in zwölf Wochen.
Häufige Fragen
Wie lange sollte die erste Laufeinheit dauern?
Etwa zwanzig Minuten inklusive Gehpausen. Länger bringt keinen zusätzlichen Trainingsreiz, erhöht aber die Belastung für Sehnen und Gelenke, die noch nicht angepasst sind.
Ist es schlimm, wenn ich zwischendurch gehen muss?
Nein, es ist sogar geplant. Der Wechsel aus Laufen und Gehen ist die verträglichste Einstiegsform und führt schneller zu durchgehendem Laufen als der Versuch, von Anfang an durchzuhalten.
Zu welcher Tageszeit läuft man am besten?
Zu der, zu der du es tatsächlich tust. Physiologisch ist die Leistungsfähigkeit am späten Nachmittag am höchsten, der Unterschied ist für Einsteiger aber ohne Bedeutung.
Was ziehe ich beim ersten Lauf an?
Bequeme Sportkleidung, in der du dich frei bewegen kannst, und Schuhe, die passen. Alles andere kann warten, bis du weißt, ob du dabeibleibst.
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